CORNEL WACHTER

Profil
- Beruf: Bildhauer und Maler
- Staatsangehörigkeit: Deutsch
- Wohnort: Köln


Beitrag bei Subkulinaria 
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Du bist, was Du isst! Tischskulptur, 2008.


Du bist, was Du isst!

Was essen wir? Wie essen wir? Welches Mahl decken wir auf? Was lassen wir dabei wohlmöglich gegen besseres Wissen unter den Tisch fallen? Wo sitzen wir bei der Frage nach Ernährung? Zwischen den Stühlen oder beieinander? Sprechen wir über Ernährung! Wo ist der runde Tisch? Rücken wir zusammen! Machen wir reinen Tisch!„Hsc“ nennt Das Althochdeutsche Schüssel und Tisch, man aß einst nicht vom, sondern aus dem Tisch. Seine Entwicklung begann als Eßschüssel. Lasst uns versuchen wieder aus einer Schüssel zu essen, für alle Menschen dieser Welt an einem Topf zu rühren.Rücken wir zusammen und lassen so nichts mehr unter den Tisch fallen!Dann trägt, stützt, hält uns der gemeinsame Tisch, ein Treffpunkt kommunizierenden Seins.

Zur Ausstellung gelangt der Entwurf zu meiner Tischskulptur „Diary of an ennuyé - Tagebuch eines Gelangweilten“, der im Original in der Sammlung des Kunstmuseum Bonn gezeigt wird. Der Entwurf zeigt den 60er/70er-Jahre Küchentisch mit ausziehbaren Kopfseiten. Die Auflageflächen für Teller, Besteck und Trinkgefäß sind aus den zusätzlichen Kopfseitenflächen ausgefräst, sodass erst das Einschieben dieser beweglichen Flächen und das Zusammenrücken der am Tisch Sitzenden zu Halt und Nähe führt.


Cornel Wachter

Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium Köln begann Cornel Wachter eine Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer an der Bauhütte der Hohen Domkirche zu Köln. Wachter war Mitwirkender der „CIVILwarS—Produktion“ von Robert Wilson, Heiner Müller und Jürgen Flimm.

Es folgte die Beteiligung am Künstlerduo UnterbezirksDada. Neben weltweiten Einzelausstellungen erstellte er 1993 eigene Arbeiten im Atelier des Malers Sigmar Polke. 1999 war Wachter Initiator und Organisator der Wiederbelebung der ersten Oper mit deutschem Libretto, Alceste (1773) von Anton Schweitzer und Christoph Martin Wieland. 2003 war Wachter zusammen mit Pfarrer Hans Mörtter Initiator und Organisator des „Kölner Signals gegen den Irak-Krieg“. Wachters künstlerische Reaktion auf das Attentat am Gutenberg-Gymnasium von Erfurt, die Tischskulptur „Diary of an ennuyé - Tagebuch eines Gelangweilten“ ist Teil der ständig gezeigten Sammlung des Kunstmuseums Bonn. 2003 startet er das Projekt „Geist ist geil“ mit einer großen Ausstellung in der ACC Galerie Weimar; 2007 macht das Projekt auf den Trikots der größten Jugendabteilung im DFB, der des Fortuna Köln Station. Am 14. Oktober, dem 75. Geburtstag seines Kollegen Wolf Vostell goss Wachter als Hommage an seinen 1998 verstorbenen Vorgänger seine fahrbereite rote Mercedes A-Klasse in einen Mantel aus Beton. „Hier stand ich als Dirigent mit der Partitur des großen Wolf Vostell, wurde von Instrumentalisten aus der Bauindustrie, der Familie Vostell unterstützt und konnte so in einem Hommage-Happening an Vostells Schaffen und im Besonderen an dessen inhaltlich immer noch hoch aktuelle Plastik Ruhender Verkehr von 1969 erinnern“. Standort der Hommage-Plastik: Rheinisches Landesmuseum Bonn. 2008 zeigt Wachter eine interaktive Installation im Kölner Wallraf Richartz Museum und stellt die Frage: „Wann haben Sie das erste Mal bewusst Kunst erlebt?“ Kollegen wie Robert Wilson, Marina Abramovic, Desmond Morris, Kurt Masur aber auch Marietta Slomka, Frieder Burda oder Klaus Honnef beteiligen sich an dieser Arbeit des Künstlers. Der Künstler lebt in Köln.



Bildmaterial

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