DAVIDE DUTTO

Profil
- Beruf: Fotograf
- Staatsangehörigkeit: Italienisch
- Wohnort: Fossano/Turin,
Italien.
- Website

Beitrag bei Subkulinaria 
-
Il Gambero Nero / Die schwarze Garnele
, 40 s/w-Fotografien in Großformat, 2005
.

Presse
- Severin Conti:  Der Häfen ist zum Kochen da. In: Der Standard (Wien) vom 21.03.2007
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Barbara McMahon: The bank robbers' banquet. In: The Observer (UK) vom 10.07.2005
- WDR5-Bericht mit dem Co-Author Michele Marziani, 2005




Il Gambero Nero / Die schwarze Garnelle

Die Ausstellung ist eine Bilderzählung von Davide Dutto. Nach Jahren als Fotograf und als Freiwilliger in der Haftanstalt von Santa Caterina, Fossano (Piemont) liefert er mit seinen Fotografien den Querschnitt einer Lebenswelt , die von Menschlichkeit und Konkretheit strotzt. Es wird ein Alltag sichtbar, der im Kochen sein unterhaltsames Element und Ventil findet. Und noch mehr eine Möglichkeit der Selbstbefreiung. Dabei werden die Unternehmungslust und –fähigkeit durch die Kunst des Arrangiarsi - des Zurecht- und Durchkommens, mit dem Wenigen oder Nichts, das einem Inhaftierten zur Verfügung steht, hervorgehoben. Diese Kunst ersetzt eine Liebe zu sich selbst, die die Haft sonst vernichten würde. In den engen Zellen machen die mit Behelfsmitteln zubereiteten Gerichte jene Rezepte wieder verfügbar, die von fernen Orten und multiethnischen Traditionen berichten. Oder sie werden gemeinschaftlich erzeugt und entwickelt. Gerüche, Aromen, Geschmäcker werden in einem bunten und einzigartigen Amalgam vermischt, so wie die Herkunft der Inhaftierte selbst und die Kasuistik ihrer Straffälle. Intensive Blicke von verlebten Menschen wechseln sich ab oder verschmelzen mit der Umgebung des Gefängnisses, unter Kochwerkzeugen - die jede Generation von Inhaftierten von der vorherigen erbt - Campingkochern, rauchenden Speisen und wohlgefälligen Lächeln.

Der Titel der Ausstellung ist eine Anspielung auf in Italien berühmte Gourmetreihe „Il Gambero Rosso“. “Il Gambero Nero” ist eine Ausstellung, die das Stereotyp des „Kittchens“ überwinden kann und dabei die Realität nicht verlässt. Für die Inhaftierten bedeuten die Kochrezepte auch Mittel und Wege, die Hoffnung und letztendlich das Leben selbst nicht aufzugeben.

Die Ausstellung ist mit einer gedruckten Publikation verseht, von DeriveApprodi, Rom, herausgegeben. In dem außergewöhnlichen Bilderband, der gleichzeitig ein Kochbuch ist, sind die Texte vom Journalisten Michele Marziani, der mit dem Künstler Davide Dutto Erfahrungen und Zeugenaussagen teilte und mit seinen Worten die fotografischen Eindrücke arglos interpretiert hat.

Luca Bedino



Bildmaterial

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